Jamez Renard begeisterte mit einem ambitionierten Mix, der sich im Spannungsfeld von elektronisch-kosmischem Funk, Deephouse und der aktuellen Spielart von Disco lustvoll in die Höhe schraubte und auch den gekonnt eingewobenen Feierhouse-Klassikern noch genügend Luft zum atmen ließ.
Sierra kontrastierte diese Vorlage mit einem Set, in dem sich Electro und Tech-House gegenseitig immer weiter nach vorn schoben. Es zischte und knarzte in den Rekursionsschleifen, die über einem geradlinigen und fordernden Basslauf fluktuierten - für den einen oder anderen vielleicht etwas zu hart und monoton im Kontext des Abends.
Doch gerade als Mathew G. sich gegen Vier anschickte hinter die Plattenspieler zu treten und auch Falk Dobermann mit ein paar Vinyl im Gepäck dazukam, um den weiteren Abend wieder etwas fluffiger zu gestalten, wurden die Boxen durch den langen und unnachgiebigen Arm des Gesetzes zum Schweigen verurteilt. Offensichtlich hatte da jemand ganz genau auf den Wecker geschaut.
Sicherlich konnten die Bewohner der umliegenden Ortschaften, bedingt durch die Gegebenheiten des Geländes und den Lautstärkepegel, an ihren Schlafzimmerfenstern mitfeiern, doch wegen ein oder zwei schlaflosen Nächten im Jahr gleich die Cops auf den Plan zu rufen, scheint doch etwas übertrieben. Selbst wenn man früh raus muss, bringt einen das nicht um. Und falls da doch Gefahr besteht, gibt es ja noch Oropax. Jung war jeder einmal, nur manch einer scheint das über den Alltagstrott mit seinen eingeschliffenen Gewohnheiten zu vergessen.
Die Party auslaufen zu lassen, gerade als es anfing richtig entspannt zu werden, tat uns in der Seele weh. Wir hätten so schön in den Sonnenaufgang tanzen können, aber es sollte diesmal wohl einfach nicht sein.